Das Business Model Canvas schlüsselt die wichtigsten Komponenten eines Geschäftsmodells prägnant und visuell strategisch auf. Es schafft einen kompakten Überblick über Kund:innen, Aktivitäten, Ressourcen, Kosten und Einnahmequellen und unterstützt dabei, die Tragfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit einer Geschäftsidee einzuschätzen.
Diese Methode für die Geschäftsmodellentwicklung ist insbesondere für Gründer und Start-ups in der frühen Gründungsphase, also vor dem eigentlichen Markteinstieg, interessant. Auch etablierte Unternehmen nutzen die Methode, wenn sie neue Ideen entwickeln, weitere Produkte auf den Markt bringen oder neue Vertriebsstrategien nutzen.
Das Canvas dient der ersten Planung und dem Verständnis der wichtigsten Zusammenhänge eines Geschäftsmodells und bereitet zentrale Inhalte für die Erstellung späterer, ausführlicher Pläne (wie Businessplan, Finanzplan, Trendanalyse, etc.) vor.
So wird's gemacht
Das Business Model Canvas unterteilt jedes Geschäftsmodell in neun zentrale Dimensionen, die sich zu vier übergeordneten Bereichen zusammenfassen lassen.
Schritt 1. Leistungsversprechen definieren
Im ersten Schritt stehen das Angebot und der Kund:innennutzen im Mittelpunkt. Es wird beschrieben, welches Problem das Angebot löst, welchen konkreten Nutzen es für die Kund:innen bietet und wodurch es sich von anderen Angeboten unterscheidet. Das Leistungsversprechen kann beispielsweise in einer Arbeitserleichterung, einem niedrigeren Preis, einer höheren Leistungsfähigkeit, einer schnelleren Verfügbarkeit oder einem geringeren Risiko liegen und stellt das zentrale Verkaufsargument dar.
Schritt 2. Kund:innen analysieren
Der rechte Teil des Canvas widmet sich den relevanten Kund:innen und Zielgruppen. Dabei geht es darum, wer den größten Nutzen vom Angebot hat und welche Bedürfnisse oder Aufgaben diese Kund:innen haben. Ergänzend werden passende Kanäle zur Ansprache, zum Vertrieb und zur Kommunikation sowie die Gestaltung der Kund:innenbeziehung betrachtet, um eine langfristige Kund:innenbindung zu erzielen. Mögliche Kanäle sind beispielsweise eine Website, ein Ladengeschäft oder der persönliche Vertrieb. Kundenbeziehungen können etwa durch persönliche Beratung, Self-Service, automatisierte Angebote oder Communities gestaltet werden.
Schritt 3. Umsetzung und Ressourcen planen
Im linken Teil des Canvas wird beschrieben, wie das Leistungsversprechen umgesetzt wird. Dazu gehören die notwendigen Schlüsselaktivitäten und Ressourcen. Schlüsselaktivitäten können beispielsweise Produktion, Problemlösung oder der Betrieb einer Plattform sein. Zu den Schlüsselressourcen zählen etwa Personal, Wissen und Daten oder Produktionsmittel. Auch wichtige Schlüsselpartner werden berücksichtigt, da sie die Umsetzung und Ausrichtung des Geschäftsmodells mitprägen. Das sind beispielsweise Lieferanten, Technologiepartner oder andere Unternehmen, die Zugang zu wichtigen Ressourcen, Leistungen oder Kundengruppen ermöglichen.
Schritt 4. Finanzen und Wirtschaftlichkeit kalkulieren
Im unteren Teil wird zuletzt die wirtschaftliche Tragfähigkeit betrachtet. Dazu gehören die Kostenstruktur und die Einnahmequellen. Bei den Kosten werden insbesondere fixe und variable Kosten sowie besonders kostenintensive Ressourcen und Aktivitäten berücksichtigt, beispielsweise Personal- und Mietkosten (Fixkosten) oder material- oder mengenabhängige Ausgaben (variable Kosten). Auf der Einnahmeseite wird betrachtet, wofür Kund:innen bereit sind, zu zahlen sind und welche Zahlungsmodelle geeignet sind, beispielsweise Verkauf, Nutzungsgebühren, Abonnements, Vermietung oder Lizenzen. So wird eingeschätzt, welche Ausgaben entstehen und welche Einnahmequellen zum Geschäftsmodell passen. Je genauer die Kalkulation dabei ist, desto besser lässt sich die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Geschäftsmodells abschätzen.
Tipp
Das Canvas entwickelt sich weiter. Wenn sich beispielsweise Kundensegmente verändern oder Prozesse erneuert werden, sollte auch das Canvas aktualisiert werden, um versteckte Potenziale auszuschöpfen und Fallstricke zu minimieren.
Referenzen
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